WordPress ist für viele mittelständische Unternehmen die Standard­wahl, und das aus guten Gründen. Aber es ist nicht in jedem Fall die beste. Seit einigen Jahren bauen wir auch mit Grav, einem flat-file CMS, das viele Probleme von WordPress einfach nicht hat. Wann passt was? Eine ehrliche Antwort, ohne Lager­denken.

Wo WordPress weiterhin glänzt

  • Sie wollen einen Online-Shop (WooCommerce) oder Mitglieder­bereich
  • Mehrere Redakteure pflegen regelmäßig Inhalte
  • Komplexe Funktionen über fertige Plugins (Buchungs­system, Forum)
  • Sie wollen den Anbieter wechseln können, der Markt für WP-Entwickler ist riesig

Wo Grav (oder ein anderes Static/Flat-File-CMS) gewinnt

  • Klassische Visitenkarten- oder Unternehmens­seite (5-30 Seiten)
  • Maximale Geschwindigkeit ist Priorität
  • Wenig laufende Wartung, keine Plugin-Updates, keine Datenbank
  • Sicherheit ohne ständige Angriffs­fläche

WordPress ist ein Schweizer Taschenmesser. Grav ist ein Filet­schneide­messer. Für Brot brauchen Sie keins von beiden, aber wer richtig schneiden will, wählt das passende Werkzeug.

Performance: Der härteste Vergleich

Bei gleichem Inhalt und gleichem Hosting ist eine Grav-Seite in unseren Projekten meist schneller als eine vergleichbare WordPress-Seite; eine eigene Messreihe dazu haben wir allerdings nicht veröffentlicht. Der Grund liegt in der Technik: keine Datenbankabfragen, keine lange Plugin-Liste, kein Page-Builder, der bei jedem Aufruf mitlädt. Bei Core Web Vitals macht das oft den Unterschied zwischen „grün" und „muss optimieren".

Performance-Diagramm auf einem Bildschirm
Geschwindigkeit ist kein Selbstzweck, sie ist ein Ranking-Faktor und ein Conversion-Hebel.

Wartung: Wer pflegt das?

Eine WordPress-Installation bringt schnell ein bis zwei Dutzend Plugins mit, und jedes davon bekommt regelmäßig Updates. 91 Prozent der 2025 neu gemeldeten WordPress-Sicherheitslücken steckten in Plugins (Patchstack, Februar 2026). Wer Updates liegen lässt, macht es Angreifern leicht. Grav hat keine Plugin-Pflicht, kein Update-Karussell, keine Datenbank-Backups. Wartung heißt hier: gelegentlich die Core-Version aktualisieren, mehr nicht.

Redaktion: Was geht schneller?

WordPress mit Gutenberg ist visuell intuitiver, wer einen Blog schreibt und dabei Bilder, Zitate und Embeds mischt, ist mit WordPress schneller. Grav arbeitet mit Markdown-Dateien. Für strukturierte Seiten ist das schneller; für freie Blog-Beiträge eine kleine Lern­hürde.

Unsere Empfehlung: pragmatisch

Wir schlagen Kunden Grav vor, wenn die Seite weniger als 30 Unter­seiten hat, kein Shop geplant ist und die Redaktion bei einer oder zwei Personen liegt. Bei allem darüber, oder wenn ausdrücklich WordPress-Erfahrung im Team vorhanden ist, bleiben wir bei WordPress mit dem Flatsome-Theme. Wie wir WordPress-Websites bauen und betreuen, beschreibt die Seite WordPress-Agentur; was Grav im Einzelnen kann, die Seite Grav CMS für Unternehmen. Was die Wahl des Systems an laufenden Kosten bedeutet, zeigt die Tabelle im Ratgeber zu den Website-Kosten.

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